Neuer Direktor will Berlinische Galerie zur Kunsthalle machen
Thomas Köhler hat am Tag seiner Ernennung die Kunsthalle für die Berlinische Galerie gefordert. Kulturstaatssekretät Schmitz wenig begeistert
Thomas Köhler arbeitet bereits seit zwei Jahren als Vize-Direktor der Berlinischen Galerie und war seit dem bemüht neuen Wind in das Landesmuseums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur - wie die Berlinische Galerie im Untertitel heißt - zu bringen.
Bereits kurz nach Beginn seiner Arbeit hatte Köhler sich für die Ansiedlung der Kunsthalle am Blumengroßmarkt ausgesprochen. So wundert es nicht dass Köhler jetzt erneut Anspruch nunmehr "seines" Hauses auf den Kunsthallen-Status erhebt: "Wir sind die Kunsthalle" lautete seine klare Ansage auf der Pressekonferenz zur Ernennung als Direktor.
Die Morgenpost schreibt dazu:
"Damit stieß Köhler prompt eine Diskussion an, an der Staatssekretär Schmitz offenbar nicht viel gelegen schien. Die Errichtung einer Kunsthalle gehörte zu den Lieblingsprojekten des Regierenden Bürgermeisters, die Koalition hat er aber davon nicht überzeugen können, denn in den Haushaltsberatungen wurde der Plan auf Eis gelegt. Stattdessen soll jetzt quasi als Test eine mobile Kunsthalle auf Tour geschickt werden - ein entsprechendes Konzept kündigte Schmitz für diesen Monat an. Das Angebot Köhlers, dass sich die Berlinische Galerie "der Sache annehmen könnte", beschied der Kulturstaatssekretär abschlägig mit den Worten, dass "wir da ein bisschen anderer Meinung sind"."
Eine weitere Interessante Ansage, diesmal von, dem noch amtierenden Direktor Jörn Merkert: Die Berlinische Galerie bedürfe dringend eines Erweiterungsbaus, das das Museum über zu wenig Fläche verfüge.
Auch dazu gab es zurückhaltende Töne des Staatssekretärs, welcher verlauten ließ dies "zum ersten Mal" zu hören.
Köhler, der sich auf der Pressekonferenz zielstrebig, temporeich und entschlossen zeigte präsentierte seinen Vier-Punkte-Plan für die Berlinische Galerie:
1. "Schärfung des Profils" durch die Präsentation junger Kunst
2. "Internationalität"
3. "Dynamisierung der Sammlung" (also beispielsweise die Bestände unter neuen Aspekten zeigen)
4. Stärkung der Bildungsarbeit - das Museum als "Sehschule"
Presseartikel: Morgenpost vom 01.04.2010 LINK


