Pressemitteilung der Initiative Berliner Kunsthalle
Die „Mobile Berliner Kunsthalle“ leitet eine neue Phase der Kunsthallendebatte ein
Die Initiative Berliner Kunsthalle fordert das Abgeordnetenhaus von Berlin auf, die angekündigte „Mobile Berliner Kunsthalle“ als kreatives Gründungslabor einer permanenten Berliner Kunsthalle zu definieren und Vordenker und Förderer organisatorisch einzubinden
Die Initiative Berliner Kunsthalle begrüßt den Beschluss des Kulturausschusses, für die nächsten zwei Jahren Mittel für die Konzeption, Realisierung und Evaluation einer „Mobilen Berliner Kunsthalle“ bereitzustellen. Nach dem erneuten Scheitern einer Kunsthalle am Humboldthafen, eröffnet sich damit die Chance einer öffentlichen und ergebnisoffenen Konzeptionsphase für eine permanente Berliner Kunsthalle.
Die mobile Kunsthalle hat jedoch nur das Potential einer permanenten Kunsthalle den Weg zu bereiten, wenn sie als bewegliches Laboratorium experimentell, integrativ und partizipativ konzipiert wird. Die Funktion dieser mobilen Kunsthalle muss es sein, die in den letzten Jahren angestoßene Diskussions- und Konzeptionsprozesse aufzugreifen und weiter zu führen.
Als langjähriger Vordenker, Verfechter und Veranstalter von öffentlichen Diskussionen, Workshops und Kunstaktionen in diesem Kontext, fordert die Initiative Berliner Kunsthalle bei der Konzeption und Umsetzung der „Mobilen Berliner Kunsthalle“ einbezogen zu werden.
Der Beschluss des Kulturausschusses ist zu begrüßen, bleibt jedoch konzeptionell vage und muss daher durch den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses wie folgt konkretisiert werden:
- Auch eine mobile Kunsthalle muss international-bekannte konservatorische und kuratorische Standards und Richtlinien erfüllen, um starke und fundierte künstlerische Positionen zu präsentieren.
- Die mobile Kunsthalle muss, den Diskussionen in Fachkreisen folgend, als Labor für künstlerische Praxis, Kunstvermittlung, Debattenkultur und kreative Netzwerkarbeit konzipiert sein. Zugleich sollte sie der Öffentlichkeit die möglichen Standorte einer permanenten Kunsthalle vorstellen und zugänglich machen.
- Die mobile Kunsthalle darf auf keinen Fall der singulären Vorbereitung eines festgelegten Konzeptes dienen, sondern muss pluralistisch die Grundlagen und das Profil für eine permanente Kunsthalle entwickeln.
- Im Geiste der Berliner Kunstszene, sollte die mobile Kunsthalle an ungewöhnlichen und auch peripheren Orten arbeiten. Nicht als Marketingkampagne, sondern als innovativer Diskussionsprozess angelegt, sollte die mobile Kunsthalle ein Netz von kleineren und mittleren Projekten über die Stadt spannen.
- Mit Kunstprojekten, Diskussions- und Vermittlungsarbeit erkundet die mobile Kunsthalle die kreativen Energien Berlins und fragt systematisch nach den institutionellen und gesellschaftlichen Ansprüchen an die Berliner Kunsthalle.
- Über vielfältige Kooperationsbeziehungen erarbeitet die mobile Kunsthalle interdisziplinäre Vernetzungsstrategien zu potentiellen Partnerorganisationen.
- In öffentlichen Workshops sollen regelmäßig und wiederholt interessierte, auch internationale Kuratoren/Intendanten und Künstler eingeladen werden, ihre Visionen einer Berliner Kunsthalle zu präsentieren.
Die Initiative Berliner Kunsthalle sieht im Blumengroßmarkt weiterhin den idealen Standort der Berliner Kunsthalle. Nach Sanierung der Halle könnte die Kunsthalle ab 2011 dort ihren permanenten Ort finden. Im Rahmen der Entwicklung des Gesamtareals zu einem Kunst- und Kreativquartier, sind Flächen für Präsentation, Produktion und Vermittlung zeitgenössischer Kunst zu definieren, die es in Kooperation mit dem Jüdischen Museum, der Berlinischen Galerie, den renommierten Galerien des Quartiers und weiteren Kunstinitiativen zu entwickeln gilt.
Nachfragen bitte an:
Florian Schmidt
Pressesprecher der Initiative Berliner Kunsthalle
Tel.: 0169 964 12 60 Mail: florian.schmidt@berliner-kunsthalle.de
www.berliner-kunsthalle.de

