Senat kündigt Dialogbereitschaft an
Senat besteht nicht auf Humboldthafen als Kunsthallenstandort. Doppelnutzung des Blumengroßmarktes durch Kunsthalle und Jüdisches Museum möglich.
Aus dem Tagesspiegel vom 26.08.09 von Lea Hampel
...Die frei werdende, 6000 Quadratmeter große Halle hatte der Berliner Senat im April dieses Jahres dem Jüdischen Museum versprochen. Gleichzeitig kämpft die „Initiative Berliner Kunsthalle“ seit Mai 2008 dafür, die geplante Kunsthalle in dem Gebäude einzurichten. Unterstützt von Berliner Künstlervereinigungen..., wirbt die Initiative für ein „Kreativquartier Friedrichsstadt“. Es sei eine „unglaubliche Gelegenheit“, die Gegend mit über 70 Galerien durch einen „Innovationsort“ zu beleben, betont Sprecher Florian Schmidt. Zudem sei dies günstiger als der geplante Neubau am Humboldthafen, der 30 Millionen Euro koste und erst 2014 eröffnet werden könnte.
Geht es nach dem Jüdischen Museum, beginnen aber bereits nächsten März die Umbauarbeiten...in der Blumengroßmarkthalle. Die räumliche Erweiterung für das gewachsene Archiv und neue Bildungsangebote solle wie beim Hauptbau der Architekt Daniel Libeskind planen...Für die Vorhaben benötigt das Museum allerdings nur 60 Prozent der Halle. Für die verbleibenden 2400 Quadratmeter wolle man sich „gegenüber anderen kulturellen Angeboten keinesfalls verschließen“, betont Melanie von Plockie, Sprecherin des Museums, man sei „offen für Partnerschaften“. Ob eine mögliche Kunsthalle den übrigen Raum füllen könnte, ist jedoch unklar.
Florian Schmidt von der Initiative Kunsthalle sieht hierin eine gute Möglichkeit,...Diedrich Wulfert, Sprecher der Kulturverwaltung, ist skeptisch: „Was sich das Jüdische Museum an kulturell anderweitiger Nutzung vorstellt, passt wahrscheinlich nicht mit der Präsentation von moderner Kunst zusammen.“ Am favorisierten Humboldthafen-Projekt gab es jedoch Kritik innerhalb der SPD-Fraktion sowie vom Koalitionspartner „Die Linke“ und den Grünen. Die derzeitige Debatte werde man daher bis Herbst aufmerksam verfolgen, sagt Wulfert. „Wir lassen bewusst eine Diskussion zu und hören auf jede Stimme.“...
Im September wiederum will die Kunsthallen-Initiative ein neues Konzept vorlegen – nicht nur für eine Nutzung der Halle, sondern mit einem „professionell ausgearbeiteten Konzept“ für das ganze Viertel. „Das wird eine Bombe“, kündigt ihr Sprecher Florian Schmidt an. Und wird weiteren Diskussionsstoff liefern.
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