Workshopprogramm

Stèphane Bauer, Roger M. Buergel, Christin Lahr, Elke Buhr

22. Juni,16.00-20.00 Uhr, 23. Juni, 10.00-14.00 Uhr, in der Heinrich-Böll-Stiftung

 

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Die Workshops waren als internationaler Erfahrungsaustausch über die Arbeit innovativer Kunstzentren angelegt, die im Spannungsfeld zeitgenössischer Kunstpraxis und urbaner Szenarien agieren.

Die Diskussion von zentralen Aspekten der Programmatik verschiedener europäischer Kunstzentren war Grundlage für die Debatte um die Konzeption einer zukünftigen Berliner Kunsthalle.

Der Workshop richtete sich an PraktikerInnen, ExpertInnen und PolitikerInnen aus den Bereichen Kunst, Kultur und Stadtentwicklung.

 

1. Tag Montag 22. Juni, 16 bis 20 Uhr

Einführung und Begrüßung

16:00Uhr

Kunstmetropolen im Vergleich. Welche Funktionen haben Zentren für zeitgenössische Kunst? Wo steht Berlin?

Überall auf der Welt entstehen neue Zentren für zeitgenössische Kunst. Antwortet diese Gründungswelle einem neuen Bedarf nach lebendigen, nichtmusealen Kunstzentren? Wenn ja, was sind die Gründe dafür? Wie unterscheiden sich die Häuser verschiedener Städte von einander? Welchen politischen und sozialen Rahmenbedingungen begegnen die Kunstzentren? Was versprechen sich Stadtregierungen und lokale Kunstszenen von den neuen Kunstzentren? Hat Berlin einen Nachholbedarf?

 

Panel 1 Probebühne für transdisziplinäre Produktion: Institution als Labor?

16:30-17:30Uhr

Input: Pablo Berastegui (Matadero Madrid)

Konversation mit Matthias Lilienthal (Hebbel am Ufer), Valerie Smith (HKW), Prof. Dr. Holger Schulze (Mitgründer und Leiter des Studiengangs Sound Studies, UdK) Thomas Wulffen (freier Kurator)
Die Förderung grenzüberschreitender Arbeit innerhalb künstlerischer Genre, als auch zu nicht künstlerischen Sphären könnte zu den Aufgaben eines Kunstzentrums neuen Typs gehören. Können Kunstzentren zum Ort für transdisziplinäre Kulturproduktion werden? Welcher Ressourcen und Strukturen bedarf es, um fokussiert und zugleich flexibel verschiedene Themenkomplexe zu erschließen? Wie funktionieren „offene Labor Situationen“?

 

17:30-18:00 Kaffeepause

 

Panel 2 Zwischen kritischem Realismus und utopischer Inklusion: Der Rezipient als Koproduzent?

18:00-19:00Uhr

Input Adam Page und Thilo Fröbel (Künstler, Stadtteilforum IDEE 01239, Dresden-Prohlis)

Konversation mit Karin Werner (Institut für Künste und Medien, Uni Potsdam), Karl-Heinz Jeron (Künstler), Hannah Kruse (Goldrausch Künstlerinnenprojekt)

Kunstvermittlung ist immer weniger von künstlerischer Praxis zu trennen. Wie können Kunstzentren, jenseits der klassischen Vermittlungsarbeit neue Interaktions- und Teilhabeformate entwickeln? Können Schnittstellen zwischen verschiedenen Besuchergruppen geschaffen werden? Welche Rolle spielen Community-orientierte Formate? Wie kann vom Bildungsstand unabhängig Partizipation an kreativen Prozessen gefördert werden? Ist es möglich, den weitestgehend „elitären“ Kunstbetrieb zu resozialisieren?

 

Panel 3 Architektur für die Kunst: Von der Kathedrale zur Agora?

19:00-20:00Uhr

Input Nikolaus Bernau (Architekturkritiker, Berliner Zeitung, tbc)

Konversation mit Pierre Gonzalez (Architekt), Constance de Cobière (Le 104 Paris), Pablo Berastegui (Matadero Madrid), Falk Jaeger (Architekturkritiker)

Spektakuläre Museumsbauten werden als die Kathedralen der Gegenwart gehandelt. Ist neben dem Trend zum Stararchitektenbau eine kontextorientierte und demokratische Architektur für Kunstzentren möglich? Welche funktionalen und symbolischen Anforderungen stellen innovative Zentren für zeitgenössische Kunst? Kann der „Agora-Effekt“ mit dem „Bilbau-Effekt“ konkurrieren?

 

>>ab 21Uhr Ausstellung und Empfang in der Bourouina Gallery

 

2. Tag Dienstag 23. Juni, 10 bis 14 Uhr

 

Panel 4 Die Kunst und die Stadt: Kontextbezug und internationale Vernetzung?

10:00-11:00Uhr

Input Vasif Kortun (Leiter Platform Garanti, Istanbul)

Konversation mit Christin Lahr (Artist, Professorin an der HFBK Leipzig), Eric Dettwiler (Artist), Stèphane Bauer (Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien), Hiner Büld (Vorstand bbk-berlin), Elke Buhr (stellvertretende Chefredakteurin bei Monopol)

Zentren für Gegenwartskunst hegen den Anspruch, zwischen globaler Kunstproduktion und den Besonderheiten ihres Standorts zu vermitteln. Wie können sie lokalen Kunstszenen ein Forum sein und zugleich internationale künstlerische Diskurse anregen? Welchen Stellenwert haben lokale (Quartier), regionale (Stadt) und globale Fragestellungen, hinsichtlich kuratorischer und künstlerischer Strategien? Gibt es konzeptionelle Rückkopplungen zwischen der inhaltlichen Arbeit eines Kunstzentrums und seiner konkreten Nachbarschaft? Welche Bedeutung hat die internationale Vernetzung von Kunstzentren?

 

10:00-10:30 Kaffeepause

 

Panel 5 Verhandlungsraum Kunst: Neue Öffentlichkeiten in Sicht?

11:30-12:30Uhr

Input Constance de Cobiere (Geschäftsführerin Le 104, Paris)

Konversation mit Vasif Kortun (Platform Garantie, Istanbul ), Pablo Berastegui (Matadero Madrid), Rike Frank (European Kunsthalle), Claudia Wahjudi (Redakteurin bei Zitty), Roger M. Buergel (Leiter Dokumenta 12).

Moderation: Friederike Schäfer (Kunsthistorikerin)

Gesellschaftliche Fragestellungen sind oft Ausgangspunkt, Reflexionsrahmen oder expliziter Inhalt künstlerischer Praxis. Wie können Kunstzentren den kritischen und utopischen Gehalt von Kunst in die Gesellschaft kommunizieren? Können sie als Seismographen und Verhandlungsraum für kulturelle und soziale Fragen fungieren? Wie offen sollten sie für externe Akteure der Zivilgesellschaft sein? Welche grenzüberschreitenden Interventionen im „öffentlichen Raum“ sind denkbar?

 

Abschlussdebatte Welche Kunsthalle braucht Berlin?

12:30-14:00Uh

Die Debatte um eine Berliner Kunsthalle dauert seit Jahren an. Das Versprechen des Bürgermeisters von Berlin, diese zu schaffen steht. Doch welche Vision soll die Grundlage bilden für die Konzeption einer Öffentlichen Berliner Kunsthalle?

 


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